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Foto: Figur des seligen P. Engelmar Unzeitig in der Kirche der Marianhiller Missionare in Würzburg, Rechte: Verein selige Märtyrer von Dachau e.V.
"Herzlichen Dank für den erhaltenen Brief und das Geld, wenn ich letzteres nicht schon gemeldet habe.
Einige Hilfe bringt es doch immer wieder und Gott ist wirklich gut und verläßt keinen, der auf ihn hofft,
mag er auch manchmal bitter harte Zeiten über verschiedene kommen lassen.
Es ist halt eine Zeit der Anspannung aller Kräfte in der Welt, hoffen wir zur Schaffung eines baldigen und dauernden Friedens,
eines Friedens der Liebe und des Verstehens zur Läuterung und Besserung der Seelen und Herzen.
Ja wenn es, wie Walter unlängst meinte [ermeint damit sich selbst], diese Hoffnung nicht gäbe,
dann müßte man wahnsinnig werden bei all der Not des Leibes und der Seele,
doch Gottes Weltregierung ist nicht sinn- und herzlos, wie manche Menschen.
Daher soll Walter ... nur Mut fassen, was er ja sicher immer wieder versucht bei aller Mutlosigkeit.
Auch hinter schwersten Opfern und schwerstem Leid steht Gott mit seiner Vaterliebe und ist zufrieden mit dem
guten Willen seiner Kinder, um sie und andere glücklich zu machen.
In diesem Sinne bete und opfere auch ich für alle die Lieben und Teuren, Brüder und Schwestern im Volk,
besonders auch meine ehemaligen Pfarrkinder, auf daß Pater Ansbert [sein Nachfolger] doch viel Gutes unter ihnen tun könne
und auch meine Versäumnisse ausgleiche."
Aus einen Brief des Seligen aus dem KZ Dachau, 25.07.1942
Das Zitat ist mit freundlicher Genehmigung des Ordens der Marianhiller Missionare dem Buch "Pater Engelmar Unzeitig CMM, Briefe aus dem KZ Dachau, Liebe verdoppelt die Kräfte", Reimlingen 1992, entnommen.
weitere Informationen über den seligen P. Engelmar Unzeitig:
https://www.selige-kzdachau.de/index.php/selige/haeftlinge-des-kz-dachau/p-engelmar-unzeitig
Bildunterschrift: Der Priester Pierre de Parcaro ist einer von fünf künftigen neuen Seligen Märtyrer von Dachau. Foto: Séminaire de Versailles
Bald gibt es 62 Selige Märtyrer von Dachau
Papst Leo XIV. Erkennt das Martyrium von NS-Opfern aus Frankreich an.
Mit der Anerkennung ihres Martyriums hat Papst Leo XIV. den Weg freigemacht für die Seligsprechung von 50 Franzosen, die als Opfer des Nationalsozialismus zwischen 1944 und 1945 ihr Leben gaben für die seelsorgerische Betreuung von Landsleuten. Diese mussten während der Kriegsjahre in Deutschland Zwangsarbeit leisten mussten und wurden von ihren Seelsorgern begleitet.
Unter ihnen sind fünf künftige Selige, die im Konzentrationslager Dachau eingekerkert wurden. Drei wurden dort getötet, einer kurz nach der Befreiung und ein weiterer nachdem die SS ihn aus Dachau ins Außenlager Gusen des KZ Mauthausen deportiert hatte. Es sind die Priester Pierre de Porcaro und Victor Dillard, die Laien Henri Euzenat, Kesselschmied, der Landwirt Jean Bernier und der Metzgergehilfe René Boitier. Beobachter in Frankreich rechnen damit, dass die Seligsprechung noch vor Ablauf dieses Jahres stattfinden wird, möglicherweise in Paris. Damit würde die Zahl der seligen Märtyrer von Dachau von 5 auf 62 steigen. Ein Gefangener aus dem Priesterblock, der Niederländer P. Titus Brandsma, ist zusätzlich bereits heiliggesprochen worden.
Vier weitere der neu anerkannte Märtyrer waren auf dem Transport nach Dachau, starben aber, bevor sie dieses KZ erreichten: Die beiden Franziskanerbrüder Jean Prehu und Louis Paraire, der Metzger und Pfadfinderführer Raymond Louveaux sowie der ebenfalls bei den katholischen Pfadfindern Frankreichs engagierte Feldwebel Philippe-Maurice Bouchard. Über alle neun gibt es einen Artikel mit kurzen Biografien auf der Internetseite des Vereins Selige Märtyrer von Dachau e.V.
Unter den 50 künftigen Seligen sind insgesamt vier Franziskaner, neun Diözesanpriester, drei Seminaristen, 14 katholische Pfadfinder, 19 Mitglieder der Christlichen Arbeiterjugend und ein Jesuit. Die meisten dieser französischen Märtyrer waren unter 30 Jahre alt, als sie starben. Die beiden jüngsten wurden im Alter von 21 und 22 Jahren hingerichtet – einer durch Erschießen im KZ Buchenwald, der andere durch Enthauptung in Dresden.
Das sind die fünf neuen seligen Märtyrer von Dachau:
Pierre de Porcaro und Victor Dillard gingen auf Anregung ihrer Bischöfe freiwillig als Untergrundpriester nach Deutschland. Porcaro starb am 12. März 1945 im KZ Dachau, Victor Dillard bereits am 12. Januar 1945. Henri Euzenat war vom 4. Juli bis zum 17. August 1944 in Dachau inhaftiert, wurde dann nach Mauthausen verlegt und starb im Außenlager Gusen am 25. April 1945, ganze zehn Tage vor der Befreiung. Jean Bernier kommt aus dem KZ Buchenwald am 28. April 1945 in Dachau an, wird dort am nächsten Tag von amerikanischen Soldaten befreit, stirbt aber am 16. Juni auf dem Rücktransport in die Heimat im Krankenhaus von Emmendingen im Schwarzwald. René Boitier erreicht das KZ Dachau ebenfalls aus Buchenwald kommend am 28. April 1945, wird ebenfalls am 29. befreit und stirbt bereits am 1. Mai in einer Baracke auf dem Lagergelände.
Wie Bernier und Boitier schickt die SS auch die vier Häftlinge mit dem berüchtigten Todeszug aus Buchenwald nach Dachau. Das Leben von Philippe-Maurice Bouchard endet am 12. April 1945 in Nürschau in Böhmen und das von Raymond Louveaux am 18. April 1945 im böhmischen Grün. Louis Paraire stirbt am 26. April 1945 in Pocking bei Passau und Jean Prehu einen Tag später ebenfalls nicht weit von Passau entfernt.
Um finanzielle Unterstützung wird gebeten.
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