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Marsch für Märtyrer 2025

Marsch für Märtyrer 2025

Bildunterschrift: Foto vom Marsch für Märtyrer 2023, Rechte beim Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.

 

Im Jahr des 80. Jahrestags der Befreiung des KZ Dachau organisieren wir wieder einen Marsch für Märtyrer:

Am Samstag, 27.09.2025

Treffpunkt Dachau Bahnhof um 11 Uhr

Der Weg wird wieder entlang der Route führen, die die Häftlinge des KZ Dachau zum Lager gehen mussten oder mit LKWs transportiert wurden. 

Betend gedenken wir der Märtyrer unter den Häftlingen des KZ Dachau und der in jüngster Zeit getöteten Märtyrer unserer Tage. Wir beten für heute verfolgte Glaubensgeschwister auf der ganzen Welt.

In der Gedenkstätte des KZ Dachau gibt es eine Statio am Block 26, dort war die Kapelle des Priesterblocks.

Um ca. 13:30 Uhr beginnt eine Andacht in der Todesangst-Christi Kapelle Auf dem Gelände der Gedenkstätte des KZ Dachau mit Impulsen von Frau Monika Kaiser-Haas, der Nichte des seligen Karl Leisners, der im KZ Dachau heimlich zum Priester geweiht wurde und dessen Todestag sich heuer zum 80. Mal jährt. Ein weiterer geistlicher Impuls kommt von Herrn Gunter Geiger, Katholischen Akademie Fulda.

Im Anschluss (ca. 14:00 Uhr) feiern wir eine Heilige Messe zu Ehren der Märtyrer. Zelebrant ist P. Herrmann-Josef Hupka, geistlicher Assistent von Kirche in Not.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt, bitte entsprechend ausrüsten.

Zum 80. Todestag von Karl Leisner

Bildnachweis:

Das Sterbezimmer von Karl Leisner in Planegg. Originalfoto: Josef Kard GNU Free Documentation Licence Version 1.2

Das Grab von Karl Leisner in der Krypta des Xantener Doms. Originalfoto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

An der 5. Station des Kreuzwegs im Dom von Münster hilft Karl Leisner Christus, das Kreuz zu tragen. Foto: Kirche+Leben

Diese Briefmarke wurde 2015 anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Leisner herausgegeben. Foto: Hogen-Ostlender

Karl Leisner nach der Generalprobe seiner seiner Priesterweihe. Foto: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon.

Ehemalige Häftlinge bei einem Gottesdienst nach der Befreiung in der Kapelle des Kriesterblocks. Foto: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon.

 

Artikel von Klemens Hogen-Ostlender zur Priesterweihe von Karl Leisner

 

Die erste, die einzige, die letzte

Karl Leisners Priesterweihe im KZ Dachau am Sonntag Gaudete 1944

Vier in der Muttersprache der Kirche mit Kreide geschriebene Worte auf der Innenseite der Sakristeitür im Karmel Heilig Blut waren dem Priesterseminar München ein Foto auf seiner Internetseite wert: „sicut prima, unica, ultima“. Der Priester soll die Heilige Messe feiern, als ob es „die erste, die einzige, die letzte“ wäre. Für Karl Leisner war es tatsächlich so. Am Stephanstag 1944 feierte er Im Konzentrationslager Dachau, unmittelbar neben dem heutigen Kloster, seine Primizmesse. Der Weg zur Berufung war für den nun 29jährigen nicht einfach. Lange schwankte er zwischen Zwei Sakramenten – Ehe und Priesterweihe. Ihm ist, „als wüßt ich selbst nicht mehr, was in mir vorgeht“. Verliebt spürte er sich „hin- und hergerissen zwischen all den Freuden und Kämpfen eines heiligen Bundes mit einem lieben Menschen und dem mächtigen Streben zur Heiligkeit und restloser Hingabe an den Herrn“. Alle legte er in die Hände Mariens: „Wenn du weißt, daß ich ein guter Priester werden kann, dann hilf, daß ich gesund werde und das Ziel erreiche. Wenn du siehst, daß ich ein schlechter Priester werde, dann laß mich vorher sterben."1 Er zweifelt: „ Habe ich mich geirrt, habe ich mich getäuscht, als ich den Weg zum Priestertum als meinen weg erkennen durfte? Nach der Diakonenweihe traf ihn obendrein die Diagnose Lungentuberkulose.

Zwei Fügungen

Nach fast fünf Jahren KZ war Leisner und dem Tode nahe. Sein Erdenleben endete keine acht Monate später. An der fünften Station des Kreuzwegs im Dom von Münster ist er es, der Christus hilft, anstelle von Simon von Cyrene das Kreuz zu tragen. Acht Tage vor der Primiz hatte der Diakon Leisner in der Kapelle des Priesterblocks im KZ die Priesterweihe empfangen. Erst Erst durch zwei Fügungen war die Erfüllung seines Herzenswunschs möglich geworden: Gabriel Piguet, Bischof der französischen Diözese Clermont, war seit dem 6. September 1944 Häftling im Konzentrationslager. Weil die SS-Wachen ihn aber nicht als Bischof erkannten, kam er vorerst zu den „normalen“ Geistlichen in den Priesterblock statt mit den „Prominenten“ abgesondert von allen anderen in den Arrestbau, den „Bunker“.

Ein Siegeszeichen des Priestertums

Zwar war bereits seit 1941 ein Bischof im KZ gewesen: Der am 26. Januar 1943 mit einer Giftspritze ermordete polnische Weihbischof Michal Kozal. Doch er meinte, es nicht verantworten zu können, als Gefangener einen Gefangenen zu weihen.Schon kurz nach Piguets Ankunft hatte es Überlegungen gegeben, ihn zu fragen, ob er dem todkranken Diakon das Sakrament spenden würde. Allen war klar, dass dies für sämtliche Beteiligte ein in den Augen der SS illegales und deshalb lebensgefährliches Unternehmen sein würde. Eine kleine Delegation von Priestern suchte den Neuankömmling auf. Der Jesuitenpater Leon de Coninck, Professor an der belgischen Universität von Löwen, stellte die entscheidende Frage und fügte hinzu: „Die Weihe eines Priesters in diesem Lager, das der Vernichtung von Priestern dient, wäre eine Vergeltung Gottes und ein Siegeszeichen des Priestertums über das Nazitum.“ Gabriel Piguet gab seine Antwort in seinen Erinnerungen so wider: „Pater, ein Bischof könnte sich nicht entziehen, wenn es darum geht, das Priesteramt zu übergeben, und ich werde keinen Moment zögern, diese Priesterweihe durchzuführen“. Nun galt es als erstes, zwei Bedingungen zu erfüllen: Leisners Heimatbischof, der Münsteraner Clemens August Graf von Galen, und der für Dachau zuständige Münchner Erzbischof, Michael Kardinal Faulhaber, mussten Ihr Einverständnis erklären.

Vorbedingungen

Karl Leisner selbst schrieb zunächst am Samstag, dem 23. September 1944, seinem Bischof einen Brief: „Exzellenz, hochwürdigster Herr! … Heute möchte ich, nach Rück- und Fürsprache der lieben Confratres, Ihnen und dem Hochwürdigen Herrn Regens [Arnold Francken] ... eine große Bitte vorlegen. Es sind jetzt fünfeinhalb Jahre, daß ich Diakon wurde.Mein Sehnen und Beten geht nach dem Priestertum. Es ist, nachdem der Krieg unserer Heimat sein drohend Antlitz zuwendet, nicht gewiß, ob und wann ich die Weihe erhalten kann aus Ihren Händen, wie ich es am liebsten hätte. Es besteht zur Zeit die Möglichkeit, mich hier ausweihen zu lassen. Dazu hätte ich gern die Erlaubnis bzw. Ihr Nein. Geben Sie mir bitte über meinen Bruder [Willi Leisner] schriftlich Ihren Bescheid. In treuer Sohnesliebe Ihr Karl L“, Eine Nachricht Brief an Kardinal Faulhaber gleichen Inhalts sollte die Erlaubnis des Ortsbischofs einholen. Natürlich konnten beide Briefe nicht einfach mit der Post geschickt werden. Im Konzentrationslager gab es eine strenge Briefzensur. Alles, was das Leben der Häftlinge auch nur im Geringsten negativ erscheinen ließ oder auch nur einen Anschein der Illegalität hatte, war strikt verboten.

Josefa Mack riskiert ihr Leben

Häftlinge aus dem Priesterblock fanden aber eine Möglichkeit der Kommunikation. Josefa Mack, Kandidatin im Orden der Schulschwestern aus dem Waisenhaus in Freising, fuhr damals Woche für Woche mit dem Fahrrad zur Gärtnerei des SS-Versuchsguts im Konzentrationslager – offiziell nur, um Blumen für das Kloster zu kaufen. Für die junge Frau wurde der scheinbar harmlose Auftrag dadurch allerdings zu einem lebensgefährlichen Einsatz, bei dem sie jedes Mal die Todesstrafe riskierte. Sie hatte bei ihren Besuchen auf der „Plantage“ das Elend der Häftlinge kennengelernt. Zu einzelnen entwickelte sich allmählich ein Vertrauensverhältnis. Die 20jährige, die seit 1940 bei den Schulschwestern war, kam von Mai 1944 bis April 1945 jede Woche zum KZ, brachte als illegale Kurierin Nahrungsmittel für Gefangene, Hostien, Messwein, Kerzen, heilige Öle und liturgische Gewänder, schmuggelte aber auch Nachrichten hinaus.

Geschmuggelte Briefe

Von gefangenen Priestern erfuhr Josefa, dass ein todkranker Diakon zum Priester geweiht werden sollte. Sie brachte daraufhin zwei versteckte Briefe nach „draußen“. Es wurde Dezember, bis Graf von Galens Antwort in Dachau eintraf. Leon de Coninck überbrachte sie Gabriel Piguet. Karl Leisners Schwester Maria hatte ihrem Bruder privat geschrieben. Mitten im geschwisterlichen Text hatte sie in der Hoffnung, der Zensur werde nichts auffallen, auffallen, ohne jeden Zusammenhang folgende Worte versteckt: „Ich genehmige die erbetenen Zeremonien unter folgenden zwei Bedingungen: erstens, daß sie gültig vollzogen werden, und zweitens, daß von ihnen ein sicherer, materieller Beweis vorliegt. Clemens“. Das reichte dem Bischof von Clermont„ dem klar war, dass unter den obwaltenden Umständen eine kanzleigeprüfte Urkunde nicht möglich war. Die Einwilligung des Erzbischofs von München war durch die Vermittlung des Dachauer Pfarrers Friedrich Pfanzelt schneller eingetroffen.

Vorbereitungen

Kurz darauf erhielt Gabriel Piguet aus der Sakristei der Dachauer Pfarrkirche einige ins Lager geschmuggelte Utensilien für die Weihe: Das Pontificale (das nötige liturgische Buch), das ebenfalls benötigte Katechumenenöl und eine Tunicella, eigentlich ein Gewand für Subdiakone, das Bischöfe aber damals bei einem Pontifikalamt unter dem Messgewand trugen. Auch die vorgeschriebenen Handschuhe fehlten nicht. Regens Arnold Francken schrieb am 7. Dezember an den als Sanitäter zur Kriegsmarine einberufenen Münsteraner Priester Heinrich Tenhumberg: „Leisner soll oder wird in D.[KZ Dachau], wie sein Bruder [Willi Leisner] an d. Epps [den Episcopus, Bischof Clemens August Graf von Galen] schrieb, die Priesterweihe empfangen. Das wäre für ihn die größte Freude, die er haben könnte und sicher eine besonders unauslöschliche Erinnerung für später. Oremus pro ipso [Beten wir für ihn].“

Gewänder aus der Lagerschneiderei

Binnen weniger Tage galt es nun, zahlreiche Vorbereitungen zu treffen. Die im KZ gefangenen Priester wollten die Weihe so feierlich wie möglich gestalten. Der aus Freiburg stammende Kaplan Ferdinand Maurath berichtete später: „Am Weihnachtstag selbst war Pontifikalamt, zu dem wir die liturgischen Gewänder und Gegenstände teils aus München bekamen, teils selber anfertigten in der Lagerschnitzerei oder Schneiderei.“Der Pallottinerpater Josef Fischer aus der Diözese Königgrätz erinnerte sich: „Inzwischen waren die Verhältnisse im KZ schon anders geworden als früher. Meist hatten wir alte Wehrmachtssoldaten als Blockführer, die alles andere als eingefleischte Nazis und SS-Leute waren. Vielfach wurden sie in die SS hineingezwungen. Diese alten Leute schikanierten uns nicht mehr, und auch bei gottesdienstlichen Veranstaltungen ließen sie die Priester in Ruhe“.

Einkleidung für Gabriel Piguet

Eine kleine Schar von Häftlingen begann damit, Bischof Piguet auch auch bischöflich einzukleiden. Rote Soutane, Mozetta, Birett, Ring, Brustkreuz und Bischofsstab entstanden, ohne dass die SS-Bewacher etwas davon merkten. Ein Bischofshabit wurde genäht aus „organisiertem“ Stoff, der sonst dazu verwendet wurde, rosa Winkel für Häftlingsjacken herzustellen. Bischofsschuhe wurden nach Maß angefertigt, außerdem eine Bischofsmitra aus Pappendeckel, der mit Stoff überzogen wurde. Das Brustkreuz und der Bischofsring entstanden aus Material, aus dem normalerweise Zigarettenspitzen hergestellt wurden. Der Benediktinerpater Gustav Spitzig schnitzte den Bischofsstab aus Birnbaumholz, das er im Lager „organisiert“ hatte. Von nun an nahm Gabriel Piguet am Lagergottesdienst an Sonn- und Feiertagen in seinem roten Bischofstalar, mit Ring und Brustkreuz geschmückt auf einem rot überzogenen Betschemel bei. Er zelebrierte manchmal auch ein feierliches Pontifikalamt. Wenn die liturgischen Vorschriften bezüglich Kleidung und Liturgie peinlich genau eingehalten wurden, war das auch ein Protest gegen den Versuch der Nationalsozialisten, den Häftlingen alle Würde zu nehmen.

Ein Bischof im Schatten

Zwei Tage vor dem Weihetag konnte Karl Leisner aufstehen und heimlich das Revier verlassen. In der Kapelle des Priesterblocks wurde Generalprobe gehalten. Im Block der Priester erreichten die Freude und die Dankbarkeit zu Gott ihren Höhepunkt. Genau dort, wo das Priestertum gedemütigt wurde und wo es ausgelöscht werden sollte, war die göttliche Vergeltung deutlich sichtbar geworden. Ein Priester mehr war zum Priesterstand Christi geboren worden. Nach der Generalprobe wurden Fotos gemacht, die Karl Leisner im priesterlichen Ornat zeigen. Am Sonntag Gaudete spendete Bischof Gabriel Piguet ihm die Priesterweihe. Kein noch so geringer vorgesehener Ritus wurde ausgelassen.Alle nahmen mit Andacht, Inbrunst und Ergriffenheit teil. Gebriel Piguet schien es, als sei er in seiner Kathedrale. Absolut nichts an religiöser Größe fehlte dieser Priesterweihe, die wahrscheinlich einzigartig in der Geschichte ist. Der Theologiestudent Kazimierz Majdanski, der spätere Bischof von Stettin, fasste das Ereignis später so zusammen: „Der Spender der einzigen Weihe im Lager, Bischof Piguet, verschwindet im Schatten des Mannes, dem er das Priestertum übertrug, Karl Leisner. … Aber es gäbe nicht den Priester Karl, wenn nicht der Bischof Gabriel gewesen wäre. Es hätte keine einzige Weihe im Lager gegeben, wenn nicht die göttliche Vorsehung den Weihespender ins Lager geführt hätte. Er steht im Schatten, es ist so, als ob es ihn nicht gab“.

Die festliche Primiz

Nachdem die Weihe vollzogen war, ging die Kraft des Neupriesters zu Ende.Er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Nahezu die ganze Woche bis zur Primiz brauchte er, um sich wieder zu erholen. Am Stephanustag war die Kapelle dann bis zum letzten Platz besetzt. Die Primizpredigt hielt Leisners Mithäftling und geistlicher Begleiter, der Jesuitenpater Otto Pies. Auch die äußere Feier sollte besonders festlich werden. Die evangelischen Geistlichen aus dem Prieszerblockhatten eine hervorragende Festtafel vorbereitet, in Magazinen und Lagerhallen geliehen, erbettelt und gekauft, was immer zu bekommen war. Auf weiß gedeckten blumengeschmückten Tischen standen sauberes Porzellan, echter Bohnenkaffee und Kuchen bereit. Die Tafel wartete mit Platzkarten und grünen Zweigen versehen auf den Primizianten und seine Gäste. Obwohl er sehr ermüdet war, ließ Karl Leisner es sich nicht nehmen, hinterher jede Stube der drei Priesterblöcke aufzusuchen, den Kameraden für Gebet und Teilnahme zu danken und ihnen den Primizsegen zu spenden. Welches Messgewand er an diesem Tag trug, ist unklar. Ein Primizgewand hat in der Regel als Grundfarbe Weiß. Es gibt im Nachlass Leisners ein rosarotes Messgewand, das allgemein als Primizgewand bezeichnet wird. Rosa ist aber die Liturgiefarbe für den Sonntag Gaudete, der Tag der Priesterweihe. Zum Tag des Märtyrers Stephanus wäre ein rotes Gewand richtig gewesen.

Als siegreicher Ritter vor dem König

Drei Wochen später schrieb Karl Leisner aus dem Krankenrevier an den Gruppenführer seiner Dachauer Priestergruppe, Hermann Richarz: „ Nach der Konsekration in der Primizmesse war´s mir, als stünde ich vor unserem König als sein Ritter und Sieger. Und der lieben Mutter hatte ich vorher mich ganz anempfohlen. Es war mir, als ob sie als Schutzherrin jeden Schritt und jede Handbewegung lenkte und segnete. Ich meine, so glücklich noch nie gewesen zu sein. Und Eurer Liebe danke ich dafür.“ Am 29. April 1945 befreiten die Amerikaner das KZ Dachau, aber die Insassen durften es wegen einer Typhusepidemie unter Quarantäne nicht verlassen. Für Karl Leisner wäre das der rasche Tod gewesen. Sein früher entlassener KZ-Kamerad Otto Pies und der Dachauer Pfarrer verschaffen sich Zugang zu ihm, zogen ihm Priesterkleider an und „entführten“ ihn unerkannt in das Waldsanatorium in Planegg südlich von München. Hoffnung auf Heilung gab es nicht mehr. Doch Leisners Eltern und Schwestern schafften es, sich durch das zerstörte Deutschland bis München durchzuschlagen. Das Wiedersehen nach sechs Jahren wurde zur großen Freude für den Sterbenden.

Die letzte Eintragung

Drei Wochen vor seinem Tod trug er die letzten Worte in sein Tagebuch ein: „Segne auch, Höchster, meine Feinde.“ Am Sonntag, dem 12. August 1945 starb Karl Leisner. Seine sterblichen Überrests ruhen heute in der Krypta des Xantener Doms. Wenige Tage vor dem Ende seines irdischen Lebens sagte er seiner Mutter: „Mama, ich verrate Dir ein Geheimnis. Sei bitte nicht traurig.Ich weiß, das ich bald sterben werde, aber ich bin glücklich“ Am 23. Juni 1996 sprach Papst Johannes Paul II. Karl Leisner als großes Vorbild der Jugend selig. In seiner Predigt sagte der Papst: „Weil er als unnützer Esser betrachtet wurde, stand sein Name auf der Liste derer, die zur Gaskammer gebracht werden sollten. Aber Gott hatte andere Pläne für seinen Auserwählten, und Karls Name wurde von der Liste gestrichen. Ehe er ihm die Krone des Martyriums schenkte, wollte der Herr ihn als ,alter Christus´ heiligen“

Bereits zweimal wurden seit 2007 Heiligsprechungsprozesse für  Karl Leisner geführt. Zum erfolgreichen Abschluss ist bei einem solchen Verfahren jeweils ein medizinisch nicht erklärbares Wunder nötig. Im ersten Prozess hatte ein Mann aus Münster seine Heilung von Krebs auf die Fürsprache Leisners zurückgeführt. Nach neun Jahren scheiterte das Verfahren, weil die die Heilung sich nicht als anhaltend erwies. In einem 2014 begonnenen zweiten Prozess stellte sich nach eingehender Prüfung heraus, dass der Heilungsverlauf durch die medizinische Behandlung verursacht wurde.

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Verein Selige Märtyrer von Dachau e. V.

 



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