

Bildtexte: Jubelnde Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau am 29. April 1945 nach Ihrer Befreiung. Foto: Public Domain; Die Freiheitsstatue neben dem KZ-Wachturm: Plakat vom ersten Jahrestag der Befreiung. Foto: Public Domain; Die Kriegsberichterstatterin Marguerite Higgins. Foto: Public Domain; Dieses Bild zeigt die Hinrichtung von SS-Männern durch amerikanische Soldaten im Kohlenhof des KZ Dachau. Foto: Public Domain (20); Getötete SS-Männer am Wachturm B. Foto: Public Domain.
Zum Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau am 29.04.1945 von Klemens Hogen-Ostlender
„Annuntio vobis gaudium magnum“
Die Welt blickt nach Rom, wenn der Kardinalprotodiakon von der Mittelloggia des Petersdoms mit den Worten „Annuntio vobis gaudium magnum“ verkündet, dass ein neuer Papst gewählt wurde. Zuletzt hatte Camilla Caccia Dominioni das am 2. März 1939 getan. Nun sprach Josef Plojhar, Pfarradministrator der Ortschaft Rudolfstadt bei Böhmisch Budweis, diese Worte am 29. April 1945 nach einem sonntäglichen Choralamt in der Kapelle des Priesterblocks im KZ Dachau. Seit fünfeinhalb Jahren war er in KZ-Haft. Plojhar fuhr aber nicht mit der gewohnten Formel „Habemus Papam“ fort. Stattdessen sagte auf Latein „SS hat das Lager verlassen, auf dem Haupttor des Lagers weht die weiße Fahne“.(1) So hat es Johann Steinbock, Kooperator aus Steyr in Oberösterreich, erlebt. Dieser Artikel will die Ereignisse aus der Sicht der Männer beleuchten, denen der 29. April jenes Jahres die Freiheit brachte. Am längsten von allen noch Lebenden Geistlichen im KZ Dachau, hatte der katholische Geistliche Georg Schelling, Redakteur des katholischen Vorarlberger Volksblatts aus Feldkirch auf diesen Tag gewartet. Seit dem 31. Mai 1938. Die SS hatte ihn allerdings in Erwartung des nahenden Endes ihrer Macht bereits am 10. April 1945 entlassen.(2)
Falscher Alarm
Als die gefangenen polnischen Priester im April 1945 erfuhren, dass die übriggebliebenen Dachauer KZ-Insassen ermordet werden sollten, gaben sie sich in die Obhut des heiligen Josef, der verehrt wird im Heiligtum in Kalisz, Polen, und beteten zu ihm eine Novene. An ihrem neunten und letzten Tag, unmittelbar vor der geplanten Mordaktion, wurde das Lager auf wundersame Weise befreit. Die polnischen Priester waren überzeugt, dass die Intervention des heiligen Josef ihnen das Leben gerettet hatte“.(3) Am 26. April war einer Gruppe von Häftlingen die Flucht aus dem KZ gelungen. Einer von ihnen, der Nürnberger Kommunist Karl Riemer, schlug sich zu Fuß bis ins bereits befreite Pfaffenhofen durch und bat dort die Amerikaner, das Lager möglichst schnell zu befreien.(4) Am 28. April schien die Stunde der Freiheit schon geschlagen zu haben: „Die Spannung im Lager stieg. Ein lang vermisstes Lächeln erschien auf den Gesichtern der Häftlinge.“ Gegen Mittag ertönt der Schrei „Amerikaner“. Häftlinge erklettern die Dächer, werfen sich gegenseitig in die Arme, küssen sich und weinen – für fünf Minuten. Dann herrscht Stille. Die Amerikaner waren doch noch nicht da. (5)
Schüsse kommen näher
Der polnische Kapuziner P. Melchior Fryszkiewicz sagte über diesen Moment „Die Begeisterung, die große Aufregung und Schreie waren so groß, dass die Bevölkerung in der Stadt Dachau dachte, dass im Lager ein Häftlingsaufstand ausgebrochen wäre.“ Sein Eindruck über die Situation im KZ Dachau vor der Befreiung: „Sonntag, der Tag des Herrn. Der Tag der Auferstehung. Das Lager in Dachau – obwohl es schmutzig war und nach Verwesung roch, schien heute anders. In der Erwartung großer Dinge bekamen die Menschen einen feierlichen Anstrich der Seele, des Herzens, des Gesichtes. Die Gesunden, die Kranken und die Sterbenden [?] plapperten fröhlich vor sich hin, lächelten wie Vögel auf frischen Zweigen... Nach der Messe ging ich auf die Lagerstraße hinaus. Der Verkehr war derselbe wie sonst und die Menschen waren auch die gleichen: nur gingen sie schneller und redeten lauter und fröhlicher.“ Man hörte in der Ferne Schüsse, die näherkamen.“ (6) Die SS war verschwunden und hatte nur eine von jeweils von zwei auf acht bis zehn Mann verstärkte Wacheinheit auf den Türmen hinterlassen. Maschinengewehre zielten ständig ins Lager. Kein Kommando rückte zur Arbeit aus. Für Verpflegung wurde nichts unternommen, die Küche war nicht in Betrieb. Das bedeutete Hunger.
Oberstleutnant Felix Laurence Sparks, Bataillonskommandeur im 157. Infanterieregiment der 45. US-Infanteriedivision, hatte morgens Befehl erhalten, das Lager zu befreien. Auch eine Einheit der 42. Division war darauf angesetzt. Eine einzige Kompanie von Bataillonskommandeur, Felix L. Sparks und ein bloßer Aufklärungstrupp der 42. Division mit ein paar Jeeps entdeckten gegen 15 Uhr als erste den „Todeszug aus Buchenwald“, der in der Nacht zuvor eingetroffen war. Noch lebende Häftlinge waren zuvor ins Lager gebracht worden, die amerikanischen Soldaten fanden einen Zug voller zahllosen Leichen in schlimmen Zustand auf dem Abstellgleis in der Nähe des Lagers. Zweieinhalb Stunden später kam der erste amerikanische Soldat durch das Haupttor ins KZ. (7)
Ein blondes junges Mädchen im Jeep
Der Häftling Joseph Rovan, ein deutscher Jude, war nach Frankreich geflohen und hatte sich dort dem Widerstand angeschlossen. Nach seiner Verhaftung kam er nach Dachau. Er beobachtete, wie Menschen in amerikanischer Uniform aus dem Wagen kletterten: „Sie konnten sich kaum der wogenden Masse erwehren, die ihnen entgegenbrandete: ein sehr großer Schwarzer, der Fahrer, zwei Weiße und … eine Frau. Sie hatte ihre Mütze abgenommen. Und wir sahen ihre kurzgeschnittenen, dunkelbraunen Locken“.(8) Nicht nur der polnische Vikar Leon Stepniak war erstaunt über das „junge Mädchen“.(9) Es war die 24-jährige amerikanische Kriegsberichterstatterin Marguerite Higgins, die durch ihren Bericht über die Befreiung des Konzentrationslagers berühmt wurde und später auch aus dem Koreakrieg und Vietnam berichtete.(10) Stepniak hatte mit seinen Landsleuten bei schönem, sonnigem Wetter gerade gebetet, als die Amerikaner eintrafen. Er berichtete: „Wir fühlten uns frei. Wir hielten in der Kapelle des Blocks 26 den Gottesdienst, 10.000 Polen nahmen an der Messe teil. [So viele Menschen passten bei weitem nicht in die kleine Kapelle. Stepniak meint wahrscheinlich eine Messe vor dem Altar, der vor den Priesterblocks aufgestellt wurde, oder sogar die Messe auf dem Appellplatz einige Tage später]. Wir sangen das Te Deum laudamus“. (11)
„Kann es sei, dass die Freiheit gekommen ist?“
P. Melchior Fryszkiewicz, der polnische Kapuziner konnte es kaum glauben: „Kann es sein, dass die Freiheit gekommen ist? Hier, im Todeslager, in diesem letzten Raum hinter den Drähten? Wie kommt das? Die Freiheit ist so stark, dass sie sich nicht scheut, hier zwischen die Leichen zu gehen? Sie hat keine Angst vor der Pest, den Wunden, dem Schmutz und all den Schrecken, die sich hier seit Jahren eingenistet haben?“ Der französische Häftling Edmond Michelet, später Minister in Frankreich und Miterbauer der deutsch-französischen Freundschaft, war beeindruckt von einem amerikanischen Militärseelsorger, der vom oberen Fenster des Jourhauses zu den befreiten Häftlingen sprach: „Mit ergreifender Stimme fordert er uns auf, der Vorsehung zu danken, dass sie uns bis zu diesem Tage erhalten habe, dass sie uns den Klauen des Drachen entrissen habe. Dann lädt er die herbeigeeilten Kameraden ein, auf dem großen Platz zusammenzukommen, um dem ersten Dankgebet, das er dort oben verrichten will, beizuwohnen. … In weiter Bewegung gibt er das Zeichen des Segens über die brüllende Menge, die aus den Blocks zusammenströmt. Aber plötzlich hört man Kugeln pfeifen, alles wirft sich zu Boden. Erst nach einem letzten Kugelwechsel mit den fanatischen SS-Leuten wird das Sternenbanner am Mast gehisst, wo gestern noch die rote Fahne mit dem Hakenkreuz wehte. Unerschütterlich aber betet der amerikanische Priester von seiner Höhe herab unter einem zerbeulten Stahlhelm das „Vater unser“. So wurde uns – sozusagen im Wildwest-Stil – die Freiheit wiedergegeben. (12)
[Ob der Militärgeistliche katholisch oder protestantisch war, auf Deutsch oder auf Englisch sprach, da widersprechen sich die Erinnerungen. An das gemeinsame „Vater unser“ erinnern sich alle der Zeugnisse überlebender Geistlicher aus dem KZ Dachau]
Lynchjustiz
Aber es herrschte nicht nur Freude. Verhasste Spitzel, der Lagerälteste und Funktionshäftlinge wurden aus Verstecken geholt und entweder gelyncht oder den Amerikanern übergeben. Die Angaben, wie viele SS-Männer bei der Lagerbefreiung getötet wurden, widersprechen sich. Der polnische Jesuit P. Adam Kozlowiecki, der 1998 in das Kardinalskollegium aufgenommen wurde, kritisierte: „Manche Häftlinge stürzten sich in die Türme, um die sich ergebenden und widerstandslosen SS-Männer zu entwaffnen. Sie schlugen, traten, stießen die SS-Männer, die mit erhobenen Händen dastanden. Ich bin entschieden gegen eine solche Behandlung. Wir fordern Gerechtigkeit, nicht bestialische Rache“. Es gibt ein Foto, dass SS-Männer mit erhobenen Händen zeigt, die im Kohlenhof das Lagers vor amerikanischen Soldaten stehen. Zwischen den SS-Angehörigen liegen zahlreiche offensichtlich Erschossene. In der offiziellen Dokumentation des Dachauer Konzentrationslagers werden die Exekutionen wie folgt dargestellt: „Einige amerikanische Soldaten waren durch den Anblick des Todeszuges so außer sich geraten, dass sie eigenmächtig begannen, gefangengenommene SS-Leute hinzurichten. Als der Bataillonskommandeur, Felix L. Sparks, beobachtete, was vor sich ging, stoppte er die Exekution sofort. Insgesamt wurden etwa 50 SS-Angehörige während der Befreiung getötet“.(13)
Ein kurzer Augenblick der Gnade
Joseph Rovan beobachtete, wie amerikanischen Soldaten bei der Inspektion der Blöcke erschüttert waren durch Szenen, deren Anblick die Häftlinge zu lange schon gewöhnt waren, um sich noch darüber zu wundern. Sie verteilten mit vollen Händen Zigaretten, Schokolade, Lebensmittelrationen, Bleistifte, Füller und sogar Geld. Diejenigen, die sich mit Häftlingen verständigen konnten, ließen sich erklären, was sie sahen und nicht begreifen konnten. Befreite Gefangene boten sich als Führer an, um mit ihren Rettern durch das Lager zu gehen. In den Stuben kamen Tauschgeschäfte zustande. Rovan schilderte sein Gefühlsleben in diesen Stunden so: „Jetzt, wo alle Gefahr vorüber war, … jetzt, da es keinen Grund mehr gab, Angst zu haben, spürte ich eine große Leere in mir, eine abgrundtiefe Erschöpfung, aus der ich, wie mir schien, nie mehr würde auftauchen können. Ich ließ den Lärm, die Freudenschreie, den Trubel, das Stöhnen der Kranken und das Röcheln der Sterbenden hinter mir, begab mich in die Kapelle und ließ mich in der Dunkelheit nieder, die mir im Licht einiger weniger Kerzen noch undurchdringlicher erschien. Ich setzte mich und atmete langsam durch, um meinen Herzschlag zu beruhigen. Ich glaube nicht, dass ich wirklich gebetet habe, ich habe auch an nichts Bestimmtes gedacht. Ich lauschte einfach in die Stille hinein, die nach und nach die Leere durchdrang. Es war wie ein kurzer Augenblick der Gnade“ (14)
Die Freiheit hatte ihren Preis
Donnerstag, der 3. Mai, war polnischer Nationalfeiertag. Er wurde, wie P. Melchior berichtete, so festlich wie möglich begangen. Inmitten der geschmückten Wohnblocks und Straßen zog eine Prozession zum Appellplatz, wo der älteste polnische Priester am Fuße eines riesigen Kreuzes eine feierliche Messe mit einer feierlichen Predigt zelebrierte. Das ganze Lager nahm teil, angeführt von Delegationen verschiedener Nationalitäten. Der Platz war voller bunter Fahnen. (15) Einen Tag später wurde am selben Ort eine Messe für die ermordeten und toten Häftlinge und die gefallenen amerikanischen Soldaten gefeiert.
Das befreite Lager wurde zu einer Art Besucher-Wallfahrtsort. Es wimmelte von Menschen. Alle wollten den berühmten Ort sehen: ausländischen Gäste, Pressevertreter, Kameraleute, Kriegsberichterstatter, Diplomaten, Offiziere... P. Melchior erlebte es: „Sie besichtigen die Blocks im Detail, filmten, fotografierten, interviewten, machten Notizen.“ 2.000 Leichen vor dem Krematorium lösten Erschütterung aus. Am Sonntag acht Tage nach der Befreiung registrierte er einen geselligen Abend. „Auf Straßen und Plätzen Lagerfeuer, Picknick im Freien. Dazwischen überlebende Häftlinge, kaum Ähnlichkeit mit Menschen. Haut und Knochen. „Die Freiheit gab ihnen Kraft. Wo sie bisher litten, kochen sie nun ihr eigenes Essen über dem Feuer, Essen aus dem geplündertem SS-Lager. Laufen, freudige Rufe, Geplapper, Gesang. Erst jetzt wissen sie, dass sie leben. Es hat gedauert, bis sie die Gewissheit hatten, dass die Freiheit keine Illusion ist“. Die Freiheit hatte jedoch ihren Preis, nicht alle erlebten sie. Von 200.000 Häftlingen, so P. Melchior, waren im Stammlager 33.000 gestorben, darunter 15.000 Polen. (16)
Im Lager errichteten die ehemaligen Häftlinge ein mächtiges Kreuz. Die polnischen Priester bauten vor dem Block einen großen Feldaltar auf und täglich wurde dort der Messopfer unter großer Anteilnahme, hauptsächlich von Polen, gefeiert. Der amerikanische Militärrabbiner David Max Eichhorn hielt am Freitag, dem 4. Mai, eine Nachmittagsandacht in der Frauenbaracke. Ein amerikanischer Colonel der Nachrichtentruppe George Stevens, wollte den nächsten Gottesdienst am Sabbat filmen. Weil Polnische Häftlingen drohten, die Feier zu sprengen, wenn sie auf dem Appellplatz stattfinde, wurde sie in die Lagerwäscherei verlegt. Dort war nur für 80 Personen Platz. Viele Juden konnten nicht teilnehmen. Auf Befehl das amerikanischen Lagerkommandanten wurde der Gottesdienst am nächsten Tag auf dem Appellplatz wiederholt, so dass alle mitfeiern konnten, die das wollten. (17)
Der erste Jahrestag
Am ersten Jahrestag der Befreiung, dem 29. April 1946, wurde in der Dachauer Stadtpfarrkirche St. Jakob eine Gedenkmesse gefeiert. Der Dominikanerpater Leo Roth, selbst ein ehemaliger Häftling, sagte in der Predigt: „Es drängt uns, dem zu danken, dem wir letztlich unsere Befreiung verdanken: dem allgütigen Gott, der alles zu unseren Besten gefügt hat ... Alle Menschen, die Gutes tun, sind nur Werkzeuge des guten Gottes. Dieser Gottglaube beseelt uns und er beglückt uns heute so groß: Er wollte, dass wir befreit würden, und so wurden wir befreit.“ Roth bekräftigte allerdings auch dies: „Befreit haben aber auch wir uns selber. In all den Jahren unserer Inhaftierung haben wir Häftlinge im Lager eine energische Selbsthilfe geschaffen. Wie viele von uns verdanken wie vielen von uns ihr Leben! Befreit haben uns außerdem alle die guten Menschen, die uns in den Jahren unserer KZ-Haft tatkräftig mit Lebensmitteln und mit Gebet unterstützt haben“. Der Dominikanerpater würdigte auch die Unterstützung durch Familienangehörige und hob auch die Verdienste „aller der guten Leuten aus der Dachauer Bevölkerung, die zu unserer Lebensrettung beigetragen haben“, hervor: „Manch einer von uns wäre im KZ liegen geblieben, hätten uns nicht mitleidige und opferstarke Leute der Dachauer Bevölkerung geholfen. Es wurde viel geschmuggelt und es wurde von manchen viel zu unserer Rettung gewagt“.
Unendlich kostbare Werteerfahrung
Leo Roth sagte auch: Der Aufenthalt im Konzentrationslager bedeutete für uns eine Schulung zu unendlich kostbarer Werteerfahrung. Gerade dadurch sind wir heute mehr als früher befähigt, Baumeister einer neuen sieghaften Weltkultur zu sein, und unser Dank gegen Gott besteht eben darin, dass wir diese neue sieghafte Weltkultur schaffen...“ Das Konzentrationslager war nach seinen Worten „wie eine Zusammenballung aller Nationen der Erde, aller Stände der Gesellschaft, aller Ideologien der Menschheit auf engsten Raum. Das war eine Erziehung zum über-nationalen, zum über-ständischen und zum überkonfessionellen Denken. ... Wer da mit lebendigem Geist die Jahre des Konzentrationslagers verlebte, der wurde in seiner nationalen Seele weltweit. Er lernte die nationale Art des anderen hochschätzen. Er wurde da ganz von selbst übernational“ Leo Roth wies zum Schluss auf die über dem Tabernakel in der Kirche, in der er predigte brennende KZ-Kerze: „Sie ist das Symbol des Lebens derer, die im KZ ihr Leben verloren haben. Es ist ihre Lebensflamme, die sich verzehrt hat. Wir gedenken ihrer in tiefer Ehrfurcht und Verehrung. Aber diese KZ-Kerze ist mehr noch ein Symbol unseres neuentzündeten Lebens... Das ist ein großes Symbol: unser Leben, das wir wieder gewonnen haben, als wir befreit wurden, ist Leben aus Christus: Er ist die Weltverbrüderung und aus seinem Leben geschieht nach seinem Geist die Weltweihe zur neuen Gesellschaftsordnung des Rechtes und der Liebe. Er ist unser Ideal: Er, unter dessen Herrschaft es nie mehr ein Konzentrationslager geben wird: Er führt uns in die neue Gesellschaftsordnung der Liebe und der Gerechtigkeit; Er, den alle Gutgewillten anerkennen: Jesus Christus!“ (19)
Quellen:
(2) Weiler, S. 582
(3) www.karel-art.de/Dachau_2009
(4) Karl Riemer im Bericht vom 11.05.1945, Archiv EDMuF, CB054,298
(5) Erzbischof Kazimierz Majdanski 1999. In GOGOLA Zdzislaw OFMConv, Auschwitz macht frei, Krakau 2023, S. 293
(6) GOGOLA Zdzislaw OFMConv, Auschwitz macht frei, Krakau 2023, S. 439
(7) Zamecnik, S. 392 f
(8) Rovan, Joseph, Geschichten aus Dachau, München 1992, S. 282Ff
(9) Gogola, S. 442f
(10) https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/Marguerite+Higgins/00/4619
(11) Gogola, S. 442f
(12) Michelet Edmond, die Freiheitsstraße, Stuttgart 1955, S. 261
(13) Comité Internationale de Dachau, Barbara Distel Konzentrationslager Dachau 1933 bis 1944, Edition Lipp 2005, S. 202f
(14) Rovan, Joseph, Geschichten aus Dachau, München 1992, S. 282Ff
(15) Gogola, S. 446
(16) Gogola, S. 446
(17) Dachauer Hefte 1, Die Befreiung, Dachau 1993, S. 207 ff
(18) Dachauer Hefte 1, Die Befreiung, Dachau 1993, S. 207 ff
(19) Gedenkpredigt P. Leo Roth, 29.04.1946, Archiv der Erzdiözese München und Freising: CB054, 345
(20) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dachau_execution_coalyard_1945-04-29.jpg
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