

Bild: Rechte beim Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.
Univ.-Lektor HR DI Dr. Hans Peter Jeschke, Projektkurator "Stele Lebendiger Rosenkranz“ in St. Georgen an der Gusen
im Rahmen von Mauthausen-Gusen Club Warsaw, lädt zur Messe samt der Segnung der „Stele Lebendiger Rosenkranz“ bzw.
zur Gedenkfeier am Sonntag, dem 22. November 2026 ein.
■ Die Messe und die Segnung der Stele
Am Sonntag, 22. November 2026 findet die Segnung der „Stele Lebendiger
Rosenkranz“ im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes mit Pfarrvikar Dr. Moses
Valentine Chukwujekwu (beginnend um 9:00 Uhr) in der Kirche von St. Georgen
an der Gusen mit einer Kranzniederlegung statt.
■ Die Gedenkfeier
Nach der Messe findet eine länderübergreifende Gedenkfeier statt. Im Zentrum
stehen Worte von Landtagsabgeordneten Bgm. Anton Froschauer in Vertretung
von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Jacek Tarasiewicz (Mauthausen-
Gusen Club Warsaw), Zeugen der 2. und 3. Generation (Tadeusz Milke (Enkel von
Wacław Milke) und Joanna Ziemska (Tochter von Jerzy Ludwik Wandel, dem
Doyen der polnischen Überlebenden in Österreich)) und Diplomaten aus Polen
(Erster Botschaftsrat Przemyslaw Gembiak in Vertretung von Zenon Kosiniak-
Kamysz, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter in Wien).
■ Die Region
In der Region um St. Georgen an der Gusen, Langenstein und Mauthausen
errichteten die Nationalsozialisten den zentralen Lagerkomplex Mauthausen-
Gusen, in dem polnischen Staatsbürger die größte Opfergruppe waren. Das KZ-
Zwillingslager Gusen gilt daher historisch gesehen als der größte Friedhof für die
Polen während des Nationalsozialismus.
Unter den Opfern waren sich Repräsentanten / Träger der polnischen Kultur im
weitesten Sinn des Begriffes („Intelligenzaktion“), Sozialaktivisten, Priester,
Ordensangehörige und Pastoren bzw. nach 1944 auch Warschauer
Aufständische. Sie wurden im Zuge der NS-Vernichtungsaktionen gezielt
deportiert und im Lagersystem Gusen durch die „Arbeit“ in den Steinbrüchen
und der Rüstungsindustrie (unterirdische Stollen „Bergkristall“) systematisch
ermordet.
Aufgrund dieser Tragödie hat dieser Ort neben Katyń (Russland) für die
Republik Polen bis heute eine herausragende Bedeutung als nationaler
Gedenkort außerhalb Polens. Insgesamt wurden etwa 71.000 Menschen bis
72.000 Personen aus ganz Europa in das KZ Gusen (Gusen I, II III), einem
Funktionsbereich des KZ-Hauptlagers Mauthausen, deportiert. Polen waren die
größte nationale Gruppe im Konzentrationslager Mauthausen-Gusen.
Schätzungen zufolge wurden im KL Gusen zwischen 27.000 und 35.000 Polen
ermordet.
■ Die Stele erinnert an die versuchte Auslöschung des Christentums als solches
durch die Nationalsozialisten und an Gefangene, die selbst in der Zeit ihrer
Gefangenschaft in den Konzentrationslagern ihren Glauben gelebt haben bzw.
als Laien bzw. Priester im geheimen seelsorgerisch tätig waren.
■ Die Stele erinnert an das NS-Funktionsdreieck 14f13 des Todes - „Euthanasie“-
Tötungsanstalt Hartheim, Dachau und Mauthausen / Gusen bzw. damit an die
vergasten Gefangenen aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen /
Gusen.
■ Die Stele ist ein Beitrag zur Neugestaltung der Gedenkstätte Gusen verbunden
mit dem Vorschlag des Projektkurators an die österreichische Bundesregierung
für eine bilateralen Einreichung der Gedenkstätte (Österreich / Polen) samt allen
Nebenlagern in Österreich bei der Europäischen Union für das Europäische
Kulturerbelabel (Beispiele: Gedenkstätte Konzentrationslager Natzweiler,
Netzwerk „Stätten des Eisernen Vorhangs“ und das Gelände des
„Paneuropäischen Picknicks“).
Um finanzielle Unterstützung wird gebeten.
Spendenkonto
DE54 7005 1540 0280 8019 29
BYLADEM1DAH
