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Wladyslaw Budynski Gerechter unter den Völkern-2026-29

Wladyslaw Budynski Gerechter unter den Völkern-2026-29

Foto: Schon in den 1930er Jahren lebte Wladyslaw Budynski in Krakau. So sah dort damals der Hauptmarkt aus. Foto: Public Domain

Wladyslaw Budynski - Gerechte unter den Völkern aus dem KZ Dachau

von Klemens Hogen-Ostlender

Der Staat Israel hat 1953 den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ für Menschen geschaffen, die unter Einsatz ihres Lebens Juden vor der Verfolgung durch Nationalsozialisten gerettet haben. Die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat auch ehemalige Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau auf diese Weise ausgezeichnet – nicht nur Männer aus dem Priesterblock, sondern auch Gefangene beiderlei Geschlechts aus der großen Zahl der Laien, die im Lager eingekerkert waren. Geehrte bekommen eine Plakette mit einem hebräischen Zitat. Es lautet in der Übersetzung „Wer immer ein Menschenleben rettet, hat damit gleichsam eine ganze Welt gerettet.“ Gerechte unter den Völkern erhalten in Anerkennung für ihre Taten außerdem die israelische Ehrenbürgerschaft, und wenn sie verstorben sind, auch die Staatsangehörigkeit im Gedenken. Bis zum 1. Januar 2024 haben nach der neuesten Statistik 28.707 Menschen aus 51 Ländern diese Ehrung erhalten, darunter 7.318 aus Polen. Einer von ihnen ist Wladyslaw Budynski.

Unter deutscher Besatzung

Der am 15. April 1914 geborene Wladyslaw Budynski lebte vor dem Krieg in Krakau, wo er mit vielen jüdischen Freunden aufwuchs. Bis 1939 arbeitete er als Grundschullehrer. Aber nach der Besetzung seines Heimatlandes durch die deutsche Wehrmacht war er bei der deutschen Auto- und Transportfirma „Kraus &. Co” in Krakau beschäftigt. Heimlich arbeitete er auch in der kommunistischen Untergrundbewegung als Mitglied der Polnischen Arbeiterpartei mit. Im Dezember 1942 lernte Wladyslaw Budynski Czeslawa Bandalowska kennen, die aus Lemberg (Lwow) im Distrikt Galizien des sogenannten Generalgouvernements nach Krakau gekommen war. Heute liegt die Stadt in der Ukraine und wird in der Landessprache Lwiw genannt. Wenige Monate später, am 15. Mai 1943, heirateten die beiden in Lemberg. Wladyslaw Budynski erfuhr erst nach einiger Zeit von der jüdischen Herkunft seiner Frau. Sie berichtete ihrem Mann über Mitglieder ihrer Familie und Freunde aus der Vorkriegszeit, die in Krakau und Umgebung lebten und Hilfe brauchten. Während des Krieges half Wladyslaw Budynski ihnen und anderen Juden dabei, sogenannte „arische Papiere“ zu beschaffen und sichere Arbeitsplätze zu finden. Er half sogar entwichenen Häftlingen, die in einem Vorort von Krakau aus dem Lager Płaszow geflohen waren.

Gefälschte „Ariernachweise“

Nach dem Krieg berichtete Wladyslaw Budynski: „In meiner Wohnung hatten wir die Möglichkeit, solche Hilfe zu leisten, das heißt den Bedürftigsten Unterkunft zu gewähren, sie mit dem Nötigsten zu versorgen und ihnen die erforderlichen gefälschten Arbeitsbescheinigungen zu beschaffen – Hilfe bei der Suche nach einer sicheren Anstellung, und sogar gefälschte Nachweise arischer Herkunft”. Er half unter anderem Dawid Degen, der sich unter dem Namen Jan Barski versteckte, Jadwiga Sabina Ludwinska und einer jüdischen Frau mit falschen Papieren auf den Namen Stanislawa Wilk. Zwei jüdischn Mädchen mit den Decknamen „Andzia” und „Jozia” (nach dem Krieg Wisia Schwarz), die sich in der Offizierssiedlung in Krakau versteckten, unterstützte er ebenfalls, dabei, einen Arbeitsplatz zu finden. Beide waren dann bei Deutschen beschäftigt. Wegen der Art seiner Tätigkeit kannte Budynski oft nicht die richtigen Namen dieser Menschen, denen er kostenlos half.

In Konzentrationslagern den Krieg überlebt

1944 wurden Czeslawa und Wladyslaw von der Gestapo unter dem Vorwurf der Untergrundaktivitäten festgenommen. Nach Verhören, bei denen sie gefoltert wurden, kamen beide Eheleute in Konzentrationslager. Wladyslaw wurde nach seinem Aufenthalt im Gefängnis in Radom am 1. September 1944 zunächst ins Lager Groß-Rosen in Schlesien deportiert, von dort aus am 12. Februar 1945 ins KZ Mauthausen verlegt, wo er die Häftlingsnummer 129 712 erhielt und schließlich wenige Wochen vor dem Ende des Krieges, am 16. März 1945, ins Konzentrationslager Dachau. Dort bekam er die neue Häftlingsnummer 14 644. Czesława war bei ihrer Verhaftung im vierten Monat schwanger. Sie kam ins Frauen-KZ Ravensbrück in Brandenburg. Dort brachte sie am 23. November 1944 ihren Sohn Wladyslaw zur Welt. Der Junge starb infolge pseudomedizinischer Experimente, die im Lager an ihm durchgeführt wurden.
Nach Kriegsende kehrten Czeslawa und Wladyslaw Budynski nach Polen zurück. Beide wanderten 1969 nach Schweden aus. Nach dem Krieg hielten sie Kontakt zu „Andzia” und „Jozia”, die in Israel lebten, sowie zu Dawid Degen, der nun in Danzig zuhause war. Weil er verfolgten Juden trotz der damit verbundenen Gefahr geholfen hatte, erkannte Yad Vashem Wladyslaw am 17. Juli 1982 als Gerechten unter den Völkern an. Czeslawa wurde nicht geehrt, weil Yad Vashem nur Menschen auszeichnet, die nicht jüdischen Glaubens sing.

Biografien weiterer Gerechter unter den Völkern, die Häftlinge im KZ Dachau waren und andere interessante Artikel: Link

Quellen:

https://collections.yadvashem.org/en/righteous/4014173Public

https://pl.wikipedia.org/wiki/Władysław_Budyński

https://sprawiedliwi.org.pl/historie-pomocy/historia-pomocy-budynski-wladyslaw

 

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